Menschenrechte & Menschenpflichten

Kultur bedeutet Fortschritt durch Erinnerung. Diese Arbeit ehrt die Jugend und alle, die heute für die Welt von morgen aufstehen. In der Evolution der Menschenrechte ist es ihre Stimme, die uns daran erinnert: Wir haben die Welt von unseren Kindern nur geliehen – es ist unsere Pflicht, ihre Entwicklung zu schützen.




Gedanken


2006 dachte ich über diese seltsame Welt nach, in der man wenig liest und noch weniger nachdenkt. Und dann habe ich ein Messer, einen Schaber, eine japanische Säge, Schmirgelpapier und Raspel zur Hand genommen und begonnen, Oberflächen von Hartfaserplatten, Sperrholz, Schichtholz- und Massivholzplatten durch Einschneiden, Kratzen und durch Zerfetzen des Materials zu bearbeiten, mit der Absicht, eine „Bilderschrift“ der Kontraste und Harmonien aus Linien und Formen zu entwickeln, die geeignet ist, darin zu lesen, um nachzudenken… Gedanken, Gedanken, Gedanken.



Capricci
„Als Begriff der Kunsttheorie bezeichnet „Capriccio“ den absichtlichen, lustvollen Regelverstoß, die phantasievolle, spielerische Überschreitung der akademischen Normen, ohne die Norm außer Kraft zu setzen.“ (Wikipedia)
„Das Capriccio ist ein Kunstwerk, das einer plötzlichen Fantasie des Autors entspringt; der Künstler stellt nur eigene ungeordnete Gedanken und eine eigene fantasievolle Erfindung dar“. (Vocabolario toscano dell’arte del disegno, Firenze 1681).
Begründung meiner dissonanten materiellen Capricci:
Bei tiefster Hochachtung vor dem klassischen Capriccio, von Frescobaldi bis Bach, von Beethoven bis Paganini, von Tschaikowski bis Richard Strauss, sehe ich in meinem dissonanten, also misstönenden materiellen Gedanken-Capriccio eine ironische und gleichzeitig ernsthafte Möglichkeit des Nachdenkens über mein Tun und über das Handeln des Menschen; zur Darstellung meiner Betrachtungen über das Leben, über die einfache Komplexität unserer Existenz, über unser gedankenloses Zertrampeln des winzigen Sandkörnchens im Universum, genannt Erde. Im Geiste der unendlichen Reise unserer Gedanken durch unendliche kosmische Welten, bis zum totalen Nichts. Dem absoluten Nichts.



Installationen
Hiroshima, Nagasaki, Der schwarze Regen




Alle Lebewesen, die die Stufen, Latten und Bretter der Installation „Hiroshima und Nagasaki – Der schwarze Regen“ bevölkern, wurden nicht von mir verbrannt; ich habe es mir nicht erlaubt, das zu tun. Andere taten dies 1945. Meine Menschen sind nicht verbrannt, versengt, sondern eingraviert, gebissen, vom Feuer zerfressen, von den Flammen meiner Trauer, meiner Verdammnis, meines Schmerzes. Die in Japanisch und anderen Sprachen geschriebenen Daten und die Namen der Städte sind nicht mit Feuer eingraviert, sondern vom Feuer meines Grolls verbrannt. Wer diesen großen Unterschied zwischen meinem Verbrennen und meinem Gestalten mit Feuer sieht, fühlt und akzeptiert, kann vielleicht diesen Exodus verstehen, begreifen, annehmen und mögen. Für mich war es wichtig, dieses Werkes zu gestalten – als Reaktion auf die Gewalt, die uns noch immer umgibt, und … um nicht zu vergessen.
In der Mitte der Installation eine Erinnerung an die perfekte räumliche Harmonie des Eies im Altarbild „Pala di Brera“ des Malers Piero della Francesca (1420-1492) und eine Hommage an das chaotische Hochstreben der Eisblöcke im Bild „Gescheiterte Hoffnung“ des Malers Caspar David Friedrich (1774-1840)
Recht auf Bildung

Drei Stühle, ein leerer Raum, der mit Potenzial gefüllt ist.
Die Abwesenheit der Lernenden wirft Fragen auf: Was passiert, wenn die Stühle leer bleiben? Bildung ist kein Privileg, das man besitzt, sondern ein Gut, das man teilen muss. Unsere Pflicht ist es, Systeme zu schaffen, die den Geist befreien, statt ihn zu formen. Wissen zu fördern ist die wirksamste Pflicht gegen Intoleranz und Hass. Artikel 26 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte: Jeder hat das Recht auf Bildung.
Skulpturen


















Zeichnungen
Aquarell- Zeichnungen inspiriert von Formen in Steinen am Strand
Wenn in diesen Zeichnungen, die meine schmutzigen Hände aufs Papier geworfen haben, etwas Schönes zu sehen ist, dann ist das nicht mein Verdienst, sondern das Verdienst der Bewegung der Materie, der Temperaturschwankungen, die zufällige Risse bilden, welche Formen und Leeren und harmonische Kontraste entstehen lassen. Die Natur mit ihrer unfreiwilligen Fantasie hat diese Formen gebildet.
Tatsächlich sind es der Wind, die Kälte, die Wärme, die rollenden Bewegungen, und dann erst meine Neugier und mein Wunsch zu sehen, die für mich diese Steine zu besonderen und besonders interessanten Modellen machen, weil sie im Gegensatz zu allem, was die Natur sonst noch erschafft, unbeweglich sind. Pflanzen bewegen sich, die Landschaft verändert sich ständig in Formen und Farben, verursacht durch Licht, Wind, Standort und Entfernung des Beobachters. Der Stein auf dem Tisch oder in der Hand projiziert dem, der sehen möchte, sein von der Zeit geformtes Bild.
Wenn es dem Betrachter akzeptabel erscheint, dann ist meine Aufgabe nur, die Form, die ich im Stein erkenne, sei sie menschenähnlich, tierisch oder abstrakt, auf Papier zu übertragen und ihr einen Namen zu geben. Das ist alles.










im Atelier bruno da Todi





Geschichte
Die Legende von der Geburt der Stadt Todi, nach der Poesie von Francesco Pianegiani






